- Uhowo, ul. Kolejowa 8, 18-100 Łapy
- tel.: +48 502 50 80 50, +48 502 50 80 60
- e-mail: kaylon@kaylon.pl
- gps.: N 53°00'25.6" E 22°54'44.1"
Der Narew - Nationalpark wurde am 21. Juli 1996 gegründet. Er liegt in der Wojewodschaft Polassien auf dem Gebiet der Gemeinden Tykocin, Choroszcz, Turośń Kościelna, Suraż, Łapy, Sokoły i Kobylin Borzymy. Der Park umfasst die sumpfige Niederung der Narew von Suraż bis Rzędziany mit einer Fläche von 7350 ha. Die Besonderheit des Nationalparks ist das einzigartige, im natürlichen Zustand erhaltene Ökosystem einer Flussaue. Der Narew bildet im Nationalpark ein Binnendelta, er teilt sich hier in zahlreiche Flussarme, Altarme und Altwässer, die sich teilen und wieder vereinigen und so ein kompliziertes Netz bilden (anastomisierender Fluss).
Den größten Flächenanteil im Nationalpark nehmen Röhrichte und Schilfbestände ein. An den Rändern des Flusstals trifft man auf verschiedene Feuchtwiesentypen, Weidengebüsche und Erlenbrüche. Zu den vorkommenden geschützten Pflanzenarten zählen u.a. Teichrose, Seerose, Sibirische Schwertlilie, Blaue Jakobsleiter, Steifblättriges Knabenkraut, Prachtnelke und Rundblättriger Sonnentau! Während des Paddelns können wir in den Altarmen z.B. schwimmende Laichkräuter, Krebsschere oder Froschbiss beobachten. An Stellen mit schneller Strömung begegnet man der weiß blühenden Sumpf-Calla, an den Ufern solchen Arten wie Igelkolben, Kalmus, Gemeines Schilf oder Schmal- und Breitblättrigem Rohrkolben.
Die größte Attraktion des Nationalparks ist die Vogelwelt - hier kommen ca. 200 Vogelarten vor, davon 154 als Brutvögel. Die sumpfige Niederung der Narew ist auch ein wichtiger Rast- und Nahrungsplatz. Gute Lebensbedingungen finden hier noch solche - anderswo vom Aussterben bedrohten - Arten wie Rohrdommel, Wiesenweihe, Kampfläufer, Doppelschnepfe, Tüpfelsumpfhuhn, Großer Brachvogel, Sumpfohreule, Pfeifente, Spießente, Kleines Sumpfhuhn, Seggenrohrsänger und Bartmeise. Weitere seltene Arten sind: Rohrschwirl, Trauerseeschwalbe, Blaukehlchen, Wachtelkönig, Wiedehopf, Uferschnepfe, Eisvogel und Drosselrohrsänger. Während der Paddeltour kann man darüber hinaus auf Beute lauernde Graureiher, vorüberfliegende Gruppen von Enten und Gänsen oder die Rohrweihe, die ihr Revier inspiziert, beobachten. Wir hören das Trompeten des Kranichs aus dem Erlenbruch oder den Ruf der Großen Rohrdommel, der bis zu 3 Kilometer weit trägt.
Im Nationalpark kommen ca. 40 Säugetierarten vor. Wir sehen während der Tour zahlreiche Fraßspuren und -plätze des Bibers und mir etwas Glück am Abend auch den Nager selbst. Gute Lebensbedingungen haben hier auch Kleinsäuger wie z.B. die Wald-Spitzmaus. Es kommen auch viele räuberische Arten wie der Amerikanische Nerz (Mink), Fischotter, Iltis und beide Marder vor. Die größeren Säuger sind Elch, Reh und Wildschwein.
Die Gewässer des Narew sind sehr fischreich. Typisch sind u.a. Hecht, Wels, Schleie, Plötze, Quappe, Barsch und Brasse. Geschützte Fischarten im Nationalpark sind u.a. Bitterling, Ziege und Schlammpeitzker.
Der Sitz der Nationalparkverwaltung befindet sich in einem historischen Rittergut in Kurowo. Das Schloss wurde Ende des 19. Jh. als einstöckiges Gebäude errichtet - 1920 wurden zwei Flügel angebaut, das Gebäude aufgestockt und der Turm errichtet. Das Schlossist von einem historischen Park umgeben. Dieser enthält 51 Bäume, die als Naturdenkmäler klassifiziert sind. Zu den wertvollsten Exemplaren zählen eine Traubeneiche, eine Douglasie, ein rotblättriger Spitzahorn, eine Lindenallee und eine Fichtenallee, welche zum Vorwerk führt. Die Gutsanlage ist durch eine Steinmauer vom übrigen Dorf abgegrenzt. Im Schloss befindet sich eine kleine naturkundliche Ausstellung, die die Besonderheiten der Landschaft sowie historische Fischereigerätschaften präsentiert.